Wenn eine Katze bei Dir einzieht, beginnt auch die Verantwortung für ihre Vorsorge. Gerade beim Thema Impfen und Entwurmen sind viele Katzenhalter:innen anfangs unsicher.
In diesem Ratgeber beantworten wir dir die wichtigsten Fragen rund um Impfungen, Wurmkuren und Parasiten. Du erfährst, wann Katzenbabys ihre ersten Impfungen bekommen sollten, wie oft eine Wurmkur sinnvoll ist und warum auch Wohnungskatzen nicht automatisch geschützt sind.
Inhaltsübersicht
- Wie oft muss man eine Katze impfen und entwurmen?
- Wann sollte man Katzenbabys impfen und entwurmen?
- Warum sollte man Katzen impfen?
- Welche Impfungen sind für Katzen wichtig?
- Was lösen Katzenkrankheiten aus?
- Soll man Katzen gegen FIP impfen?
- Soll man Wohnungskatzen impfen?
- Wie oft ist eine Wurmkur sinnvoll?
- Welche Würmer können Katzen bekommen?
- Welche Möglichkeiten gibt es bei einer Wurmkur?
- Welche Nebenwirkungen können auftreten?
- So wird der Tierarztbesuch entspannter
- Impfkalender & Kostenübersicht
Katze impfen: Wann ist es nötig?
Wie oft Deine Katze geimpft oder entwurmt werden sollte, hängt vor allem von ihrem Alltag ab. Freigänger brauchen meist häufiger Impfungen und Wurmkuren als reine Wohnungskatzen. Einfach, weil sie draußen deutlich öfter mit Erregern aller Art in Kontakt kommen.
Viele Standardimpfungen werden nach der Grundimmunisierung je nach Impfstoff jährlich oder alle paar Jahre aufgefrischt. Zur Grundimmunisierung gehören die ersten Impfungen unter anderem gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche. Bei Freigängern wird zudem häufig empfohlen, etwa alle 3 Monate eine Wurmkur durchzuführen. Wohnungskatzen benötigen meist seltener eine Entwurmung, weil ihr Risiko deutlich geringer ist.
Sonderfall Kitten: Wann sollte man Katzenbabys impfen und entwurmen?
Hast du ein Katzenbaby, braucht es in den ersten Monaten besonders viel Aufmerksamkeit. Die erste Grundimmunisierung beginnt meist ab der 8. Lebenswoche. Weitere Impfungen folgen häufig in der 12. und teilweise 16. Woche.
Die erste Entwurmung startet häufig bereits ab der 3. Lebenswoche. Junge Katzen stecken sich vergleichsweise häufig mit Würmern an, weil ihr Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist.
Katze impfen: Warum überhaupt?
Klären wir zunächst kurz, wofür eine Katzenimpfung überhaupt gut ist. Viele Katzenkrankheiten werden durch sogenannte Viren ausgelöst. Das sind winzige Erreger, die sich im Körper vermehren. Impfungen helfen dem Immunsystem deiner Katze dabei, dass sich die Viren gar nicht erst unkontrolliert vermehren können.
Daneben gibt es bakterielle Infektionen. Bakterien sind eigenständige Mikroorganismen, die sich ebenfalls im Körper ausbreiten und beispielsweise Entzündungen oder Atemwegsprobleme verursachen können. Auch sie lassen sich zum Teil durch Impfungen abfangen. Andere bakterielle Infektionen lassen sich meistens mit Antibiotika gut behandeln.
Welche Impfungen sind für Katzen wichtig?
Welche Impfungen sinnvoll sind, hängt stark vom Alltag Deiner Katze ab. Ein neugieriger Freigänger ist anderen Gefahren ausgesetzt als eine geschützte Wohnungskatze. Durch den Kontakt zu anderen Tieren, den Fang von Beutetieren oder ihre Streifzüge durch die Natur haben Freigänger ein deutlich höheres Risiko für Infektionen.
Typische Impfungen für Katzen schützen vor:
- Katzenschnupfen
- Katzenseuche
- Tollwut
- Leukose, auch FeLV genannt
Was die Katzenkrankheiten auslösen und wie du sie erkennst
Gehen wir nochmal näher auf die vier Katzenviren und Bakterien ein, damit du weißt, was sie bewirken und wie gefährlich sie sind.
Katzenschnupfen
Hinter dem Begriff Katzenschnupfen steckt ein Infekt der Atemwege und Schleimhäute, der unter anderem durch Viren oder Bakterien ausgelöst werden kann. Typische Anzeichen sind tränende Augen, Niesen, Atemprobleme oder Appetitlosigkeit. Katzenschnupfen gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten bei Katzen und ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.
Katzenseuche
Die Impfung gegen Katzenseuche gehört ebenfalls zur Grundimmunisierung. Die Viruserkrankung ist hochansteckend und kann vor allem für junge oder ungeimpfte Katzen gefährlich werden. Häufig treten Fieber, Erbrechen, Durchfall oder starke Abgeschlagenheit auf. Gerade bei Kitten kann die Erkrankung lebensbedrohlich verlaufen.
Tollwut bei Katzen
Die Tollwut-Impfung wird besonders für Freigänger empfohlen. Tollwut greift das Nervensystem an und äußert sich beispielsweise durch aggressives Verhalten, starkes Speicheln, Lähmungen oder Krampfanfälle. Vor allem bei Reisen oder möglichem Kontakt mit Wildtieren ist die Impfung wichtig. Die Krankheit tritt in Deutschland zwar nur sehr selten auf, ist aber immer lebensbedrohlich und kann auf Menschen übertragen werden.
Leukose, FeLV
Leben mehrere Katzen zusammen, werden sie häufig zusätzlich gegen Leukose geimpft. Dabei handelt es sich um ein Virus, das das Immunsystem schwächen kann. Symptome zeigen sich durch Müdigkeit, Gewichtsverlust oder eine höhere Anfälligkeit für andere Infekte. Dank breiter Impfung tritt die Leukose nur noch selten auf, ist aber für deine Samtpfote lebensgefährlich.
Katzen gegen FIP impfen: Ja oder Nein?
Die Feline Infektiöse Peritonitis, kurz FIP, entsteht durch ein spezielles Coronavirus, das unter Katzen ziemlich verbreitet ist. Zum Glück bricht sie nur in seltenen Fällen aus, was dann zu Fieber oder Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum führen kann.
Lange galt FIP als gefürchtet, weil sie als schwer behandelbar galt. Heute wird die FIP-Impfung nicht mehr von allen Tierärzt:innen standardmäßig empfohlen. Ob sie sinnvoll sein kann, hängt unter anderem vom Alter und den Lebensumständen Deiner Samtpfote ab.
Sorglos kuscheln: Soll man Wohnungskatzen impfen?
Auch reine Wohnungskatzen kommen über Umwege mit Krankheitserregern in Kontakt. Oft werden diese über Schuhe, Kleidung oder Transportboxen eingeschleppt. Deshalb empfehlen viele Tierärzt:innen auch bei Wohnungskatzen einen Basisschutz gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche. Ob und wann nachgeimpft werden muss, entscheidet die Tierarztpraxis individuell.
Weg mit den fiesen Parasiten: Wie oft ist eine Wurmkur sinnvoll?
Anders als Viren und Bakterien zählen Würmer zu den Parasiten. Sie setzen sich im Darm fest und entziehen Deiner Katze wichtige Nährstoffe. Gegen Würmer helfen keine Impfungen, sondern spezielle Wurmkuren.
Freigänger sollten regelmäßig entwurmt werden, da sie durch Streunen, Jagen oder Kontakt mit anderen Tieren leicht Parasiten aufnehmen können. Deshalb wird ihnen häufig eine Wurmkur etwa alle 3 Monate empfohlen. Fängt deine Katze viele Beutetiere, kann eine häufigere Entwurmung sinnvoll sein.
Wohnungskatzen haben meist ein geringeres Risiko, sind aber nicht automatisch geschützt. Würmer können beispielsweise über Schuhe oder die Fütterung von rohem Fleisch eingeschleppt werden. Manche Halter:innen setzen deshalb lieber zunächst auf Kotuntersuchungen, um besser einschätzen zu können, ob überhaupt ein Befall vorliegt.
Welche Würmer können Katzen bekommen?
Katzen können unterschiedliche Würmer aufnehmen, die sich vor allem im Darm ansiedeln. Gefährlich sind sie in aller Regel vor allem für Kitten. Hier die wichtigsten Katzenwürmer:
Spulwürmer
Spulwürmer gehören zu den häufigsten Würmern bei Katzen. Besonders Kitten können sich bereits über die Mutter anstecken. Hinweise können Durchfall, ein aufgeblähter Bauch, Gewichtsverlust und Husten sein.
Bandwürmer
Auch Bandwürmer kommen bei Katzen regelmäßig vor. Sie werden oft über Flöhe oder Beutetiere übertragen. Manche Katzen zeigen lange kaum Beschwerden, obwohl bereits ein Befall vorliegt.
Hakenwürmer
Hakenwürmer treten seltener auf, können aber ebenfalls Durchfall oder Gewichtsverlust sowie Appetitlosigkeit, Erbrechen und juckende Hautreizungen zur Folge haben. Besonders empfindliche Tiere reagieren darauf stärker.
Welche Möglichkeiten gibt es bei einer Wurmkur für Katzen?
Damit eine Wurmkur möglichst gut wirkt, spielt die Wahl des passenden Präparats eine entscheidende Rolle. Viele Wurmkuren werden als Tabletten, Pasten oder Spot-on-Präparate angeboten, die im Nacken aufgetragen werden. Manche Mittel erhältst Du direkt in der Tierarztpraxis, andere sind auch in Apotheken erhältlich.
Wichtig: Die Wurmkur selbst kannst du zwar meistens zuhause durchführen. Die Auswahl des passenden Produkts sollte jedoch durch die Tierarztpraxis entschieden werden.
Welche Nebenwirkungen können Impfungen und Wurmkuren haben?
Nach einer Impfung wirken manche Katzen etwas müde, ziehen sich kurzzeitig zurück oder haben weniger Appetit als sonst. Gelegentlich reagiert auch die Einstichstelle etwas empfindlich. Nach einer Wurmkur kann es vereinzelt zu weichem Kot, leichtem Durchfall oder kurzfristigen Magen-Darm-Reaktionen kommen.
Solche Reaktionen sind meist harmlos und verschwinden nach kurzer Zeit wieder. Erst, wenn dir stärkere Beschwerden oder ungewöhnliches Verhalten auffallen, solltest Du sicherheitshalber Deine Tierarztpraxis kontaktieren.
Mit diesen Tricks wird der Tierarztbesuch entspannter
Ein Tierarztbesuch bedeutet für deine Katze immer Stress. Die enge Transportbox und die Fahrt zum Arzt, der ihr dann auch noch sprichwörtlich ans Fell will, lösen regelmäßig kleine Dramen aus. Mit ein paar kleinen Tricks kannst du deiner Katze den Termin angenehmer machen.
Hilfreich sind zum Beispiel vertraute Decken oder Gerüche in der Transportbox sowie eine ruhige Gewöhnung an die Box zuhause. Auch ruhige Autofahrten helfen vielen Katzen dabei, ruhiger zu bleiben. Nach dem Termin können hochwertige Snacks dabei helfen, den Besuch positiver zu verknüpfen und Deine Katze abzulenken.
Katzenleckerlis entdeckenImpfkalender & Kostenübersicht für Katzen
Impfungen, Wurmkuren und regelmäßige Kontrollen gehören zu den typischen laufenden Kosten einer Katze. Besonders bei Freigängern können zusätzliche Ausgaben für Parasitenbehandlungen oder weitere Impfungen hinzukommen. Lasse die Impfungen am besten in einem Impfpass für Katzen festhalten, so behältst du den Überblick.
Impfkalender & Kostenübersicht auf einen Blick
Die folgenden Angaben dienen als grobe Orientierung. Die tatsächlichen Kosten können je nach Tierarztpraxis, Region, Impfstoff und individuellem Bedarf deiner Katze abweichen.
8. Lebenswoche
Erste Impfung gegen Katzenschnupfen & Katzenseuche
12. Lebenswoche
Auffrischung gegen Katzenschnupfen & Katzenseuche, ggf. Tollwut oder Leukose
16. Lebenswoche
Weitere Auffrischung je nach Impfplan
Ab dem 1. Lebensjahr
Erste große Auffrischungsimpfung
Erwachsene Wohnungskatze
Auffrischungsimpfungen je nach Impfstoff jährlich oder alle 2–3 Jahre
Freigänger
Zusätzliche Impfungen je nach Risiko, z. B. Leukose oder Tollwut
Katzenbabys
Erste Entwurmung oft bereits ab der 3.–6. Lebenswoche
Freigänger entwurmen
Häufig etwa alle 3 Monate empfohlen
Wohnungskatze entwurmen
Individuell oder nach Kotuntersuchung
Floh- & Zeckenschutz
Spot-ons, Halsbänder oder Sprays je nach Produkt
Tollwut-Impfung
Besonders relevant für Reisen oder Freigänger
Kotuntersuchung
Untersuchung auf Würmer und Parasiten